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Die Rede des Präsidenten |
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| Liebe Lionsfreunde, verehrte Damen, liebe Gäste, vor 200 Jahren formulierte der französische Politiker Talleyrand: "Die Sprache wurde dem Menschen gegeben, um seine Gedanken zu verhüllen. Ich hoffe, daß Sie nach meinen Ausführungen diesen weisen Spruch nicht bestätigt finden. Advents-Gesang und Verse dienten der weihnachtlichen Besinnung, erlauben Sie mir nun einige Worte zur lionistischen Gesinnung. Sie kennen alle das Klischeé Noblesse oblige oder für Nicht-Lateiner: Lionismus verpflichtet. Was heißt das? Noblesse:
Ein Mitglied wird in die Lions-Gemeinschaft
aufgenommen, weil es sich beruflich ausgezeichnet hat und
darüber hinaus bereit ist, eine soziale Verantwortung
gegenüber der Gesellschaft zu übernehmen. Als Mitglied
des Lions-Clubs Garmisch-Partenkirchen sind Sie eine
anerkannte und somit gesellschaftlich einflußreiche,
herausragende Persönlichkeit. oblige: Eine ständige Herausforderung an uns ist es, die vorhandenen Kompetenzen, Talente, Kontakte unserer Mitglieder also allgemein das vorhandene Club-Potential - zu mobilisieren und zu bündeln, um gemeinsam zu handeln, gemäß unserem Wahlspruch We Serve. (Das heißt kollektiv handeln - nicht I serve) Über die familiäre Fürsorge und Verantwortung und über unsere beruflichen Verpflichtungen hinaus haben wir uns verpflichtet, wohltätige Einrichtungen zu unterstützen und Personen in Not zu helfen - regional, national und weltweit. Gegenseitige Achtung und Toleranz sind dabei notwendige - aber nicht hinreichende - Voraussetzungen. Zur Umsetzung unserer Vorstellungen müssen wir einen Gemeinschaftsgeist oder eine Club Loyalität entwickeln, welche, im Idealfall zu echten Freundschaften führen kann. In der Sprache des Managements könnte man uns auf Grund der vorhandenen Kapazitäten als Kompetenz-Zentrum charakterisieren, das aber nur dann effizient funktionieren kann, wenn alle Mitglieder sich Ihrer Verantwortung klar bewußt sind und diese auch einbringen. Unsere
heutige Weihnachtsfeier, die Clubabende und die
Kaminabende dienen letztlich dem Zweck, dieses
Gemeinschaftsgefühl und den dazu notwendigen
Integrationsprozess innerhalb unseres Clubs zu fördern
und zu festigen. Da fast alle Lionsfreunde heute abend zur Weihnachtsfeier erschienen sind, bestätigt dies, daß dieser Gemeinschaftsgeist im Club in der Tat vorhanden ist. Daß Sie, meine sehr verehrten Damen, wesentlich zu diesem Prozess der Integration beitragen und darüberhinaus auch bei der Umsetzung unserer gemeinsamen lionistischen Aktivitäten beteiligt sind, wird von niemandem auch nur im geringsten bezweifelt. Das erzwingt die unmittelbare Nachfrage: Warum nehmen wir dann keine Damen auf? Meine diplomatische Entschuldigung: Es ist leichter mit der Mehrheit falsch zu liegen, als gegen die Mehrheit Recht zu behalten." Im Ernst, die von Lions-International geforderte Öffnung ist ein evolutionärer Prozess - zwar unaufhaltssam, aber in seiner Umsetzung von Club zu Club unterschiedlich. Durch die von uns vorangetriebene Gründung des (gemischten) LC-Werdenfels sind wir zumindest temporär entlastet ! Zurück zu Noblesse oblige: Für uns
gilt nicht das Motto der drei Musketiere alle für
einen und einer für alle sondern einzig und
allein: alle für einen gemeinnützigen
Zweck. Dazu fühlen wir uns verpflichtet, das
verstehen wir unter Noblesse oblige und danach wollen wir
beurteilt werden: Beispiele
für unsere Erfolge im Werdenfelser Land: In
Vorbereitung: Durch unsere Zugehörigkeit zu Lions International mit über 1,4 Millionen Mitglieder und als Staatsbürger generell werden wir immer häufiger mit kontemporären Problemen und Konflikten in der Welt konfrontiert. Als Staatsbürger sind wir politisch gefordert. Als Lions International sind wir mit den Konsequenzen politischer Entscheidungen gefordert. Überbevölkerung, daraus resultierend zunehmende ökonomische Kontraste, daraus folgend zunehmende soziale Spannungen bis hin zur Radikalisierung. Gleichzeitig Globalisierung und der Kampf um Öl- und Wasserrechte, daraus folgend politische und wirtschaftliche Konflikte: In aller Munde zur Zeit ist Irak. Gleichzeitig Konfrontation zwischen Weltreligionen, daraus resultierend Fanatismus und internationaler Terrorismus - ein globales und neues Problem. Wieder einmal ist der Frieden ernsthaft gefährdet und regionale Kriegsherde weiten sich aus mit globalen sozio-ökonomischen Konsequenzen Krieg und Frieden: Zwischen Bangen und Hoffen. Es gibt keinen Heiligen Krieg - es gibt keinen gerechten Krieg - Krieg ist das allerletzte Mittel der Diplomatie. Krieg kennt keine Gewinner, er erzeugt immer nur Opfer:. Im Krieg werden die Seelen von Gewinner sowohl Verlierer geschwärzt. Das hat schon Luther so trefflich formuliert: Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewänne und nähme doch Schaden an seiner Seele. Wer kann
Ordnung schaffen in der heutigen Welt? Wer ist der
ehrliche Makler, eine Führungsrolle, die
Bismarck so erfolgreich innehatte? Wir Menschen scheinen unfähig zu sein, unsere Probleme friedlich also mit diplomatischen Mitteln- zu lösen. Unsere irdischen Mittel scheinen leider und erfahrungsgemäß unvollständig oder ungenügend zu sein. Irgendwann werden wir dann einsehen müssen, was Andreas Hofer in der Bauernmesse so demütig ausgedrückt hat: Es gibt kein Mittel mehr, wenns net kommt von oben her Und damit kommen wir zurück zu der Bedeutung von Weihnachten: Weihnachten ist auch das Fest der Hoffnung. Hoffen wir also auf diese Hilfe von oben - für unser aller Gut. Wo das menschliche Können und Wissen aufhört - da fängt der Glaube an. Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein friedliches Neues Jahr. Ihr Volker (Jacques) Mohnen |